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Consumer-Meinung RB Leipzig: Pessimismus, aber Ziele sind machbar

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Fanserie zur Bundesliga 

Transfermarkt wirft nach der 2. Bundesliga und 3. Liga mithilfe der Community in den kommenden Tagen auch einen detaillierten Blick auf die 18 Teams der Bundesliga. Auf welche Spieler freuen sich die Fans am meisten, wo ist Nachholbedarf und was ist mit dem Kader 2022/23 für den Lieblingsverein drin? Dafür haben wir uns in den Foren umgehört und uns Einschätzungen abgeholt – in Liga eins geht es weiter mit User „Rumpelstilzchen“ und RB Leipzig.

Wie bewertest du den Kader von RB Leipzig?

Einerseits ist es positiv, dass Leipzig als beste Rückrundenmannschaft und Pokalsieger den Kader weitestgehend zusammengehalten hat. Signalwirkung hatten auch die Verlängerung mit Christopher Nkunku, dem besten Kicker der abgelaufenen Saison, sowie die Statementtransfers von David Raum und Rückkehrer Timo Werner sowie Benjamin Šeško für 2023. Auf fast allen Positionen hat das Team überdurchschnittliches Bundesligapersonal.

Andererseits ist es fraglich, ob Domenico Tedesco mit seinem Ansatz der Kaderverkleinerung daraus ein schlagkräftiges Team formen kann. Die Fragen, die sich aus den zehn Gegentoren gegen Liverpool und die Bayern sowie aus dem durchwachsenen Endspurt im Mai ergeben, sind bei weitem nicht beantwortet. Auf der rechten Seite, die schon letzte Saison schwach war, wurde Nordi Mukiele ersatzlos abgegeben, und Lukas Klostermann ist verletzt. Im defensiven Zentrum fehlt seit Jahren ein Wadenbeißer, im Prinzip gibt es im Kader zu viele Achter und Zehner. Mit Konrad Laimer könnte der beste Leipziger zentrale Mittelfeldspieler der letzten Saison immer noch nach München übersiedeln. Nur Nkunku und Werner bringen wirklich Speed mit und längentechnisch hat RBL den Zwergenkader der Liga.


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Einige Kicker, die RBL in den ersten Bundesligajahren prägten, haben ihr Leistungsmaximum hinter sich oder stagnieren (Emil Forsberg, Kevin Kampl, Péter Gulácsi, Marcel Halstenberg, Yussuf Poulsen, Klostermann). Gepaart mit dem Wunsch nach einem kleinen Kader und vielen Doppelspielwochen führen diese Probleme zu einem aktuell eher unausgewogenen Team, welches zudem immer weniger aus den bisher Leipzig so prägenden Talenten besteht.

Mit Nkunku & Silva: Die besten Torjäger in RB Leipzigs Geschichte

15 Thiago Rockenbach | Spiele: 85 | Tore: 14

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Von 2011 bis 2014 für RB Leipzig aktiv
Stand der Daten: 11. August 2022

15 Davie Selke | Spiele: 53 | Tore: 14

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Von 2015 bis 2017 für RB Leipzig aktiv

15 Jochen Höfler | Spiele: 30 | Tore: 14

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Von 2009 bis 2010 für RB Leipzig aktiv

13 André Silva | Spiele: 52 | Tore: 17

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Seit 2021 für RB Leipzig aktiv

13 Dani Olmo | Spiele: 92 | Tore: 17

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Seit 2020 für RB Leipzig aktiv

12 Naby Keïta | Spiele: 71 | Tore: 17

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Von 2016 bis 2018 für RB Leipzig aktiv

11 Nico Frommer | Spiele: 42 | Tore: 19

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Von 2009 bis 2011 für RB Leipzig aktiv

10 Jean-Kévin Augustin | Spiele: 67 | Tore: 20

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Von 2017 bis 2020 für RB Leipzig aktiv

*Darunter zwei Leihstationen bei AS Monaco und Leeds United

9 Willi Orbán | Spiele: 237 | Tore: 21

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Seit 2015 für RB Leipzig aktiv

8 Stefan Kutschke | Spiele: 86 | Tore: 27

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Von 2010 bis 2013 für RB Leipzig aktiv

7 Dominik Kaiser | Spiele: 167 | Tore: 31

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Von 2012 bis 2018 für RB Leipzig aktiv

6 Christopher Nkunku | Spiele: 137 | Tore: 46

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Seit 2019 für RB Leipzig aktiv

5 Marcel Sabitzer | Spiele: 229 | Tore: 52 Tore

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Von 2014 bis 2021 für RB Leipzig aktiv

*Darunter eine Leihstation bei RB Salzburg

4 Emil Forsberg | Spiele: 260 | Tore: 58

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Seit 2015 für RB Leipzig aktiv

3 Yussuf Poulsen | Spiele: 325 | Tore: 81

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Seit 2013 für RB Leipzig aktiv

2 Daniel Frahn | Spiele: 154 | Tore: 85

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Von 2010 bis 2015 für RB Leipzig aktiv

1 Timo Werner | Spiele: 159 | Tore: 95

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Von 2016 bis 2020 für RB Leipzig aktiv

Wo siehst du Nachholbedarf bis zum Deadline Day?

Momentan sieht es so aus, als würde Laimer bleiben und im Zentrum daher nichts mehr passieren. In der Abwehr könnte RBL nach der Verletzung Klostermanns noch mal tätig werden. Insgesamt wurden Spiele mit geringen Stammplatzaussichten abgegeben. Ilaix Moriba (Leihe), Alexander Sørloth (jetzt wo Werner da ist), Amadou Haidara (zuletzt nur Bank), Solomon Bonnah und Joscha Wosz könnten als Abgänge folgen. Damit wären die Schwachstellen des Kaders nur bedingt geschlossen. Werner verfügt über die bisher fehlende Geschwindigkeit, hat aber auch Defizite bei Ballbesitz. Das Duo Laimer und Xaver Schlager besitzt zwar Potenzial im Zentrum, aber echte defensive Mittelfeldspieler sind beide nicht. Zudem würden die 25+ Millionen für Laimer als Einnahmen fehlen.

Auf rechts klafft weiter eine Qualitätslücke und der Tausch Raum gegen Angeliño ist auch kein Quantensprung, denn Raum muss erstmal noch nachweisen, dass seine letzte Saison kein One-Hit-Wonder in der Bundesliga war. Eigentlich hat man hier ein Problem gelöst, was kadertechnisch keines war. Potenziell wäre es eine Idee, Laimer abzugeben und Mohamed Camara aus Salzburg zu holen – der stand bisher merkwürdigerweise bei RBS nicht im Kader. Noch besser wäre es dazu, rechts mal richtig einen rauszuhauen und Stephane Singo oder Ridle Baku an Land zu ziehen. Auch in der Innenverteidigung wäre RBL für eine Dreierkette nicht doppelt besetzt. Vielleicht wäre daher ein polyvalenter Thilo Kehrer eine Idee.

Was erwartest du vom spielerischen Auftreten der Mannschaft?

Aktuell scheint die erste komplette Tedesco-Vorbereitung keinen wirklich positiven Effekt zu haben. Im Prinzip wird RBL – auch wenn die Viererkette in der zweiten Halbzeit gegen die Bayern gut funktionierte – mit einer Fünferkette versuchen, defensiv gut zu stehen und vorne auf die Einzelkönner Nkunku, Werner, André Silva und Dani Olmo setzen. Was zeitgleich schon ein Problem darstellt, denn im von Tedesco präferierten 5-2-3 gibt es nur drei offensive Startplätze. Gegen das Gros der Liga wird das reichen, für Topgegner aber eher nicht, siehe Supercup und Liverpool. Offensiv fehlt ein schlauer Matchplan, der Abseits vom Gottvertrauen auf Christo stabile Torquoten ermöglicht. Zudem tendierte RBL zuletzt dazu, die ersten Halbzeiten zu verschlafen.

Was ist 2022/23 für RB Leipzig drin?

Auch wenn das jetzt alles ziemlich pessimistisch klingt, so sollte das Saisonziel Champions-League-Qualifikation mit der Mannschaft erreichbar sein. Denn was die Kaderkosten anbelangt, ist RBL weit weg vom Underdog und rangiert locker unter den Top-5 der Liga. Was die Meisterschaft anbelangt, ginge nur etwas, wenn Bayern strauchelt und man selbst punktetechnisch das absolute Maximum erspielt, wonach es nicht aussieht. Nach unten müsste RBL schon so mau wie unter Jesse Marsch spielen, um Gefahr zu laufen, dieses wichtigste Saisonziel zu verpassen. In der Champions League ist mit etwas Losglück, wahrscheinlicher durch Topf 2, das Achtelfinale drin. Dabei hätte RBL bei einem „Abstieg“ in die Europa League echte Titelchancen, das hat die letzte Saison gezeigt. Der Pokal könnte so etwas wie der Leipziger Wettbewerb werden, auch wenn RBL wohl nicht erneut um Bayern oder den BVB herumkäme und die bedeuteten immer das Ende aller Pokalträume.


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